Schmerzmanagement in der digitalen Dokumentation
So wie Riechen, Schmecken, Hören und Sehen ist die Empfindung von Schmerz ein Bestandteil unseres Sinnessystems, mit dem wir unsere Umwelt und uns selbst wahrnehmen.
Vor allem bei dementen Menschen zeigen viele Studien, dass die Schmerzen häufig nicht erkannt werden oder eine Unterversorgung von Schmerztherapie aufweisen.
Bio-psycho-soziales Schmerzmodell
Die Wahrnehmung von Schmerzen mit allen Sinnes- und Gefühlsanteilen entsteht letztlich als Antwort einer vernetzten Aktivierung verschiedener Schmerzzentren des Gehirns.
Jeder Mensch empfindet Schmerz anders. Intensität der Schmerzwahrnehmung ist nicht nur vom Schmerzreiz selbst abhängig, sondern auch ein Zusammenspiel biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren. Hierzu zählen auch familiäre und kulturelle Erfahrungen im Umgang mit Schmerz.
Die Aufgabe der Pflege
ist es den Schmerz zu erkennen, einzuschätzen und anschließend zu dokumentieren. Anhand des Verlaufs des Schmerzes lässt sich die ärztliche Therapie ausrichten. Schmerz kann systematisch erfasst und der Anpassungsbedarf der Therapie aufgezeigt werden.
Die Firma Care Solutions bietet in ihren Modulen zur digitalen Dokumentation natürlich auch ein Schmerzprotokoll an. Dieses ist eine Mischung aus einer VAS (visuelle Analogskala), NRS (numerische Ratingskala) und VRS (verbale Ratingskala). Die Inhalte des Schmerzprotokolls sind individuell konfigurierbar. So können beispielsweise die Schmerzlokalisationen und Schmerzbeschreibungen von der jeweiligen Einrichtung selbst definiert werden. Innerhalb des Schmerzprotokolls ist es möglich, in die Bedarfsmedikation einzusehen, wie auch eine Erinnerung für eine Schmerzevaluierung zu setzen. Werden Zusatzinformationen erfasst, so können diese auch als Pflegebericht ausgeleitet werden. Es ist möglich, die Tätigkeit mit einer Pflegemaßnahme zu verknüpfen, die beim Speichern des Protokolls automatisch im Hintergrund verbucht wird.
Die Ergebnisse der einzelnen Schmerzerhebungen können in einer übersichtlichen Liste und mit einem grafischen Verlauf dargestellt werden. Die Schmerzwerte können zusätzlich auch automatisch in der medizinischen Fieberkurve als Vitalparameter angezeigt werden.
Wenn der Betroffene keine Schmerzen äußern kann…
Prinzipiell gilt die Selbstauskunft als „Goldstandard“ im Schmerzmanagement. Doch was tun, wenn der Mensch seine Schmerzen nicht äußern kann? Hier sollten Verhaltensauffälligkeiten beobachtet und interpretiert werden. Mit zunehmender kognitiver Beeinträchtigung und reduzierter Kommunikationsfähigkeit gewinnt die Verhaltensbeobachtung durch versorgende Angehörige, Pflegekräfte oder MedizinerInnen an Bedeutung. Eine ausschließliche Fremdeinschätzung, die nicht auf validen Beobachtungskriterien beruht, sollte nur in Ausnahmefällen angewendet werden.
Wir bieten in unserem Schmerzprotokoll zusätzlich auch die SAS (Smiley-Analog Skala) an, sowie die Möglichkeit zur Erfassung einer Fremdeinschätzung, welche, wie bereits erwähnt, nur in Ausnahmefällen genutzt werden sollte.
Für weitere individuelle Anwendungsfälle oder für bestimmte Fachrichtungen, gibt es sogenannte Fokusassessments, die bei der Schmerzerhebung und –evaluierung unterstützen können. Wir haben einige davon in unserem Sortiment integriert. Die Einrichtung in unserem System ist individuell konfigurierbar.

konfigurierte BESD-Skala als Fokusassessment des gezielten Schmerzmanagements (Modul OpenForms, NCaSol)
Gewünschte Fokusassessments können nach Lizenzprüfung und Freigabe mittels einem Formulardesigner konfiguriert und in die digitale PatientInnendokumentation integriert werden.
In der folgenden Tabelle findet ihr bekanntere Fokusassessments des Schmerzmanagements:
zum Nachlesen:
ZOPA (Zurich Observation Pain Assessment)
KUS-Skala (kindliche Unbehagens- und Schmerzskala nach Büttner)
BESD (Beurteilung von Schmerzen bei Demenz)
BISAD (Beobachtungsinstrument für das Schmerzassessment bei alten Menschen mit Demenz)
BPS (Behavioral Pain Scale)